19 | 11 | 2017
Vom Jura zum Kaolin No.2

 

 

Begrüßungsrede Schnaittenbach/Kulturstadl am 16.5. 2011-09-16


Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Verteter des Heimat und Kulturkreises, liebe Mitglider, Vertreter der Stadt Schnaittenbach,
mein Name ist Hanna Rothenbücher und ich bin heute in doppelter Funktion hier:
einmal als ausstellende Künstlerin des KKJ, zum anderen als zweite Vorsitzende des Kunstkreis Jura Neumarkt e.V. Als solche möchte ich Sie im Namen des KKJ ganz herzlich begrüßen :
Der KKJ hat ca 140 Mitglieder. Diese kommen teilweise aus dem Nürnberger Land, aus Neumarkt selber und aus dem Neumarkter Landkreis, der im Norden an das Nürnberg Land grenzt und sich im Südosten bis Beratzhausen streckt. Der KKJ ist ein sehr aktiver Kunstkreis: wir organisieren jährlich 4-5 Einzelausstelungen im Reitstadl Neumarkt – zum Teil sind es unsere eigenen Mitglieder, die sich an eine große Einzelausstellung wagen, zum Teil  laden wir uns bekannte Künstlerinnen und Künstler ein. Wir pflegen die Partnerschaft nach Mistelbach/Österreich mit gegenseitigen Besuchen und Ausstellungen und bieten Kunstreisen an,  in der Raiffeisen Neumarkt werden regelmäßig Einzel und Gruppenausstellungen durch den KKJ bestückt und einer der  jährlichen Höhepunke ist unsere Mitgliederausstellung in Reitstadl und Residenz.  Vor zwei Jahren fand außerdem die erste Kooperation mit dem Kulturkreis Schnaiittenbach ( und Hirschau) statt. Gerne sind wir jetzt wieder der Einladung hierher in den Kulturstadl gefolgt . Vier Künstlerinnen und Künstler des KKJ  zeigen ihre Exponate in der Ausstellung: VOM JURA ZUM KAOLIN Nr. 2
Der KKJ dankt herzlich für die Einladung und die großartige Unterstützung bei der Ausstellungsorganisation und beim Aufbau.
ROLLENWECHSEL:
Ich Hanna Rothenbücher  bin seit 5 Jahren Mitglied im KKJ .Bei der Mitgliederausstellung 2010 hing das Gemeinschaftswerk von Rothenbücher/Scholtyssek mit dem Titel „Lauf des Lebens“ im Reitstadl neben den Arbeiten von Jochen Strechert. Wir kamen ins Gespräch, waren uns zuvor nur ein paarmal flüchtig begegnet. Die Zusammenstellung der Bronzen mit den Fotografien gefiel uns allen dreien, so dass wir den vagen Plan fassten, irgendwann gemeinsam auszustellen. Daraus ergab sich, dass Jochen Streichert nächstes Wochenende mit im Kunsthof Klapfenberg ausstellen wird, wobei dort jeder einen eigenen Raum hat. So wie wir es vor unserem inneren Auge gesehen hatten, so haben wir es jetzt hier in Schnaittenbach realisiert. Es war uns also eine große Freude und Bestätigung, als wir im Juli von Herrn Hartmann angefragt wurden, hier gemeinsam unsere Werke zu zeigen.
Gerne haben wir dann noch Brigitte Demmel hinzu genommen. Brigitte  Demmel, Regine Scholtyssek  und ich arbeiten seit 1999 zusammen, zunächst in meinem Atelier in München /Starnberg, seit 5 Jahren in unserer Ateliergemeinschaft im Kunsthof Klapfenberg bei Parsberg
Die S/W Aquarelle von Brigitte Demmel könnten auf den ersten Blick eintönig erscheinen, da die Farbe fehlt – so wie wir vielleicht auf den  ersten Blick meinen, dass  Menschen anderer Hautfarbe alle  gleich aussehen, da wir nicht gelernt  haben zu differenzieren .Bei Brigitte Demmel  fordert  es ein genaues Hinsehen  und vor allem ein sich hinein vertiefen, ein eintauchen in Licht und Schatten, bis jedes Bild zu sprechen anfängt.
Ebenso wie bei den Fotos von Jochen Streichert:  Rational lassen sich seine Bilder immer als Spiegelungen erklären, ich könnte  mich auf den Kopf stellen und könnte versuchen das originale Motiv zu sehen. Die Poesie des Bildes erschließt sich aber erst, wenn ich mich von dem Wissen “das ist eine Spiegelung“  löse und mich einfangen lasse von dem Zauber des anderen ganz eigenständigen Kunstwerkes.
Frau Scholtyssek läßt sich zeit beim Erschaffen eines Werkes und arbeitet sehr genau.Ihre Werke wirken wie ein Konzentrat, eine Essenz, die das Wesentliche ihres Themas darstellen. Ihre Skupturen strahlen in ihrer minimalistischen resuzierten, abstrahierten Machart  eine große Intensität aus.
Mich fasziniert zur Zeit besonders die menschliche Figur, die menschliche Existenz in ihrer Widerssprüchlichkeit, das Hintergründige hinter dem scheinbar schönen vordergründigen. Ebenso fasziniert mich die Wirkung, die vom Material einer Skulptur ausgeht, oder auch die Frage: welches Material paßt zu welcher Geschichte, die ich erzählen möchte? Wie wirkt die gleiche Figur in verschiedenen Materialien?
Kunst braucht wache Augen, z.Bsp. Deine, lautete vor Jahren ein Ausstellungstitel in München.
Heute braucht die Kunst hier Deine/Ihre wache Augen, denn nichts ist, was es auf den ersten Blick zu sein scheint:
Vermeintliche Fotos sind S/W -Aquarelle, weiße Skulpturen sind nicht aus Marmor sondern aus Holz, Fotografien, die ganz real abbilden entführen in eine Feen und Zauberwelt, und das nette Ballettbein ist monströs und gestürzt.

Also Augen auf und viel Freude beim Kunstgenuss!
Hanna Rothenbücher, Schnaittenbach 16.9.2011